Die politischen Sonnen- und Schattenseiten nach der Flutkatastrophe in Mazedonien

Die politischen Sonnen- und Schattenseiten nach der Flutkatastrophe in Mazedonien

Die politischen Sonnen- und Schattenseiten nach der Flutkatastrophe in Mazedonien

In der Nacht vom 6. auf den 7. August hat ein stürmisches Gewitter und ein starker Regenschauer eine große Katastrophe in Skopje und Tetovo in Mazedonien verursacht. Der starke Regen wurde durch Windgeschwindigkeiten von bis zu 80 km/h begleitet, und in nur einer  Nacht wurden 93 Liter pro Quadratmeter Regen gemessen und 800 Donnerschläge registriert. Die Überschwemmungen kosteten 22 Menschen das Leben, dutzende Menschen wurden verletzt und mehr als 1000 evakuiert. Etwa 5000 Häuser sowie das wichtige Infrastrukturnetz wurden stark beschädigt.

Meistbetroffen waren die mazedonische Hauptstadt Skopje und die naheliegenden Dörfer, wo die Überschwemmungen Fahrzeuge umwarfen und Bäume herausrissen. Viele Leute waren in Fahrzeugen oder in tiefer gelegenen Ebenen der Stadt eingeschlossen. Die Regierung Mazedoniens erklärte für 15 Tage den Ausnahmezustand in Skopje und Tetovo, und für den 8. August rufte sie zudem einen nationale Trauertag in Gedenken an die Opfer aus.

Obwohl sich manche über die langsame Intervention beklagten, gaben sowohl die Stadtdienste als auch die Polizei und Militär ihr Bestes, so viel wie möglich zu helfen. Die mazedonische Regierung hat beschlossen, den Familien der Opfer finanzielle Entschädigung von 3000 Euro zu gewähren. Die Unterstützung und Hilfe kamen auch von Ländern aus der Region Serbien, Montenegro, Bulgarien und Albanien, aber auch von der EU. Am 8. August aktivierte Mazedonien den Katastrophenschutz-Mechanismus der Europäischen Union, der die Zusammenarbeit zwischen 34 Ländern bei Natur- und von Menschen verursachten Katastrophen fördert. Die EU entsandte ein Katastrophenschutzteam sowie humanitäre Experten. Darüber hinaus spendete die Europäische Union eine Hilfe von 150 000 Euro.

Das unglückliche Ereignis gab aber auch schnell Anlass zur Kritik an Politikern. Ein Teil der mazedonischen Öffentlichkeit wirft Ihnen vor, dass der Schaden viel kleiner gewesen wäre, wenn man in die Infrastruktur wie versprochen investiert hätte. Sie sind der Meinung, dass die Folgen der Katastrophe auf Verantwortungslosigkeit der Politker und auf nicht funktionierende Institutionen zurückzuführen sind. Die finanziellen Mittel, die für den Bau von Abwasser bestimmt waren, wurden und würden zu anderen Zwecken ausgegeben. Die Politiker meinen dagegen, dass solch eine Katastrophe nicht verhindert werden konnte.

 

Bildquelle: http://www.lemonde.fr/macedoine

M. Milovanov

Marina Milovanov hat ihr Germanistikstudium (MA) an der Philologischen Fakultät in Belgrad abgeschlossen und daneben hat sie auch einen Masterabschluss in Internationale Beziehungen (Internationale Politik) an der Fakultät der Politikwissenschaften in Belgrad gemacht. Zurzeit arbeitet sie als Deutschübersetzerin und Lehrerin. Ihre wissenschaftlichen und politischen Interessengebiete sind ethnische Beziehungen, nationale Minderheiten, Minderheitenrechte, soziale Demokratie, Migration & Integration, Identität, Europäische Integrationen und die EU-Erweiterung.

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