Ein Rückblick auf Putins Besuch in Slowenien

Ein Rückblick auf Putins Besuch in Slowenien

Ein Rückblick auf Putins Besuch in Slowenien

Trotz den aktuellen Spannungen und Beziehungen zwischen Russland und dem Westen, bleiben die slowenisch-russischen Beziehungen freundlich. Ein Beispiel dazu war eine Einladung an Präsident Putin Slowenien dieses Jahr zu besuchen.

Der russische Präsident Wladimir Putin besuchte Slowenien am 30. Juli. Es war nicht ein offizieller Staatsbesuch, sondern ein symbolischer Besuch wegen der Gedenkfeier für russische Opfer im Ersten Weltkrieg. Die Feier fand bei der russischen Kapelle am Vršič-Pass statt, welche an rund 300 russische Kriegsgefangene erinnert, die vor 100 Jahren wegen einer Lawine während Bauarbeiten an einer Alpenstrasse starben. Slowenien unterhält die Kapelle seit 100 Jahre in Erinnerung an die toten russischen Soldaten und als Symbol der slowenischen-russischen Beziehungen.

Die Präsidenten enthüllten auch ein Denkmal für sowjetische und russische Soldaten in Ljubljana, die im slowenischen Territorium im Ersten und Zweiten Weltkrieg ums Leben gekommen sind. Die Gründung des Denkmals wurde von Putin und Pahor im Jahr 2011 initiiert. Es ist das erste Denkmal ihrer Art außerhalb Russlands.

Später hatten die beiden Präsidenten auch eine Chance für bilaterale Gespräche im Schloss Brdo bei Kranj und dort sprach man auch über wirtschaftliche Projekte und Zusammenarbeit.

Der slowenische Präsident Pahor äußerte die Hoffnung, dass Putins Besuch zur Stärkung der wirtschaftlichen und politischen Zusammenarbeit zwischen Slowenien und Russland führen wird. Im nächsten Jahr plant Pahor Russland zu besuchen und zahlreiche Dokumente zu unterzeichnen.

Putin seinerseits erwähnte öffentlich nichts über die wirtschaftliche Zusammenarbeit. Seine Rede enthielt unverbindliche, allgemeine Aussagen und er sprach über die slowenisch-russische freundschaftliche Beziehungen und die Bedeutung des Friedens.

Der Besuch wurde auch von Protesten begleitet. Einige der Ukrainer, die in Slowenien leben, organisierten Proteste in der Nähe der russischen Botschaft. Handkehrum gab es auch eine Versammlung von Putin-Anhängern in der Nähe der russischen Botschaft.

Obwohl der Besuch symbolisch und inoffiziell war, brachten einige Kritiker trotzdem zum Ausdruck, dass Slowenien allzu freundschaftliche Beziehungen zu Russland halten würde. Sie erwarteten, dass der Zweck des Besuchs Putins die pragmatische Suche nach Möglichkeiten ist, wie die wirtschaftliche Zusammenarbeit trotz Wirtschaftssanktionen vertieft und gestärkt werden kann. Einige Kritiker sagten auch, dass Slowenien als NATO und EU-Mitglied deutlich seine Position ausdrücken sollte. Offiziell ist die slowenische Position natürlich im Einklang mit der EU-Politik. Slowenien ist gegen die Intervention in der Ukraine und unterstützt wirtschaftliche Sanktionen. Trotz all dem begrüssen, nach einer Meinungsumfrage in Slowenien, 7 von 10 Slowenen Putins Besuch.

Slowenien versucht  freundliche und enge Beziehungen mit beiden - dem Westen und Russland - zu pflegen. Eine der Gründe dafür ist, dass Russland einer der wichtigsten Exportmärkte für Slowenien außerhalb der EU ist. Beispielsweise führten die Sanktionen gegenüber Russland zu einer Reduktion von 30% des Handels. Russland ist zudem einer der wichtigsten Märkte für einige der größten slowenischen Unternehmen wie Krka und Gorenje.

Es gibt aber auch weitere Gründe. Ein anderer davon ist auch die traditionelle Nähe der slawischen Länder und die Tatsache, dass Slowenien nicht unter dem Einfluss der Sowjetunion stand und dadurch keine schlechten Erfahrungen aus der Vergangenheit hat - im Gegensatz zu anderen zentraleuropäischen slawischen Ländern.

Übrigens war es schon der dritte Besuch Putins in Slowenien. Zum ersten Mal besuchte er Slowenien im Jahr 2001 und traf damals auch US-Präsident George Bush auf dem Slovenia Summit. Im Jahr 2011 besuchte er das Land ausserdem offiziell als russische Premierminister.

 

Bildquelle: http://visegradpost.com/wp-content/uploads/2016/07/putin-pahor.jpg

K. Medveďová

Katarína Medveďová hat einen Masterabschluss in Internationalen Beziehungen. Sie studierte Internationale Beziehungen in der Slowakei und Internationale Sicherheit in Polen. Zur Zeit lebt sie in Slowenien. Sie befasst sich mit den Themen Visegrád-Länder, Balkan und Migration.

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