Der Ukraine-Konflikt: Ein ausgeblendeter Krieg?

Der Ukraine-Konflikt: Ein ausgeblendeter Krieg?

Der Ukraine-Konflikt: Ein ausgeblendeter Krieg?

Zu Beginn waren die Medien voll mit Berichten über den Krieg in der Ukraine. Mittlerweile wird nicht mehr viel berichtet und das zu Unrecht! Es leben immer noch rund zwei Millionen Menschen im Kriegsgebiet, darunter eine halbe Million Kinder, für die der Krieg weiterhin grausamer Alltag bleibt.

Die Ukraine ist ein Land zwischen der Europäischen Union und Russland. Nach einer offiziellen Volkszählung (vgl. Auswärtiges Amt Deutschland 2016) leben in der Ukraine 78% Ukrainer und 17% Russen. Die Hauptstadt und die grösste Metropole des Landes ist Kiew, weitere wichtige Zentren sind Charkiw, Dnipro, Donezk und Odessa.

Die ersten Auseinandersetzungen zwischen dem Volk und ehemaligen Präsidenten Janukowytsch begannen bereits 2013 aufgrund der Nichtunterzeichnung des Abkommens, das die rechtlichen und wirtschaftlichen Grundlagen der Ukraine an die EU angleichen sollte. 800'000 ukrainische Bürger protestierten 2013 auf dem Platz der Unabhängigkeit (Maidan) und forderten den Rücktritt des Präsidenten. Janukowytsch versuchte die Proteste im Land gewaltsam zu unterdrücken. Am 21. Februar 2014 ging schliesslich die Regierung ein Kompromiss ein. Doch die Proteste blieben bestehen. Unter dem Druck der anhaltenden Proteste entschied sich der Präsident Janukowytsch zu fliehen.

Schlussendlich sollte am 25. Mai 2014 ein neuer Präsident gewählt werden, doch auf der Halbinsel Krim entzündete sich ein neuer Konflikt. Zwischen Ende Februar und März 2014 kam es zu Auseinandersetzungen zwischen prorussichen und proukrainischen Demonstranten und schliesslich auch zur Einmischung Russlands. Die Krim, die Halbinsel im nördlichen Schwarzen Meer, welche geografisch zwischen der Ukraine und Russland liegt, und weitere Teile der Ostukraine befinden sich seither nicht mehr unter der Kontrolle der ukrainischen Regierung. Interessant zu erwähnen ist hier, dass bereits vor der Zuspitzung des Konflkts der Präsident des Krim-Parlaments - mit der russischen Presse - von der Möglichkeit einer Abspaltung der Halbinsel Krim von der Ukraine gesprochen hatte.

Die Halbinsel Krim hat schon historisch einiges durchlebt. Sie befand sich seit dem 18. Jahrhundert unter zaristischer bzw. sowjetischer Führung und wurde nach dem Auseinanderbrechen der Sowjetunion 1991 der Ukraine zugesprochen. Nichtsdestotrotz setzte Russland in den 1990er Jahren durch, dass die russische Schwarzmeerflotte - vertraglich vereinbart - auf der Krim (genauer auf dem Marinestützpunkt in Sewastopol) stationiert bleiben darf.

Wie dem auch sei, der Konflikt in der Ostukraine ist immer noch im Gange und und das Land kommt insgesamt nicht mehr zur Ruhe. Folglich sollte wieder vermehrt über den Konflikt in den Medien berichtet werden, um vor Augen zu halten, dass es immer noch zu viel Kriegsleid in Europa gibt.

 

Quellen:

http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Aussenpolitik/Laender/Laenderinfos/01-Nodes_Uebersichtsseiten/Ukraine_node.html

Ö. Meral

Özge Meral lebt in der Schweiz und hat einen türkischen Migrationshintergrund. Sie besitzt einen Bachelor of Arts in Soziologie und Ethnologie von der Universität Luzern und hat sich auf Migrationsoziologie/Ethnologie spezialisiert.

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