Sonderfall Albanien

Sonderfall Albanien

Sonderfall Albanien

Albanien stellt in Bezug auf die Auswahl unserer Länder, besonders im Vergleich zu Slowenien und Kroatien einen Sonderfall dar, da der Staat kein Mitgliedstaat, sondern „lediglich“ ein Beitrittskandidat ist.

In Anlehnung an der Philosophie der Verteidigungspolitik von der Republik Albanien, insbesondere in den Antiterrorkrieg, engagiert sich das Land in vielen gemeinsam geführten Missionen der NATO, der EU und der UNO sowie in Koalitionen mit strategischen Partnern. Am 9 September 1996 startete die FARSH (Forcat e armatosura te Republikes se Shqiperise - Heer der Streitkräfte der Republik Albanien) ihre erste Friedensmission in Bosnien- und Herzegowina. Die Teilnahme und das Engagement der Friedenstruppen (Operation Schutz und Bewahrung des Friedens) sind in den letzten Jahren massiv erhöht worden, ebenso die geographischen Territorien, wo die Operationen unterstützt werden. Die Teilnahme der Streitkräfte in den Friedensmissionen hat ihre Basis in der Verfassung der Republik Albanien, welche die Truppen, zur Teilnahme verpflichtet. Die militärische Unterstützung des FARSH in Missionen der NATO, EU und UNO vom September 1996 bis Juni 2016 inkludiert ungefähr 6635 Soldaten. Aktuell nimmt Albanien an Friedensmissionen, in Afghanistan, Bosnien- und Herzegovina, Kosovo und Mali teil. Abgeschlossene Friedensmissionen wurden bereits im Irak, Tschad, Georgien durchgeführt und erfolgreich abgeschlossene in Afghanistan (ISAF und RSM).

Beziehung zur NATO, EU und regionalen Partnern

Albanien wurde am 2. April 2009 nach mehreren Bemühungen zum vollständigen Mitgliedstaat der NATO. Wie von der NATO vorgeschrieben, verfolgt Albanien folgende Ziele für die Bewahrung der nationalen und internationalen Sicherheit:

  • Waffenkontrolle,
  • Minimierung und Verhinderung von Waffenverteilung und Besitzes,
  • die Politik der offenen Türen,
  • Partnerschaftsausbau,
  • sowie Transformationsreformen.

Ein wichtiges Ziel der Verteidigungspolitik ist die Unterstützung aller Institutionen die dazu beitragen die Integration in die EU zu fördern, insbesondere das Integrationsministerium (Ministria e Integrimit), das Außenministerium sowie andere Institutionen die unmittelbar mit dem Programm der EU-Integration zu tun haben.

Albanien befindet sich auf gutem Weg, das Heer der Streitkräfte in Richtung allgemeine Sicherheitskontrolle und gut entwickelter Demokratie zu lenken. Der Aufbau und die Verteidigungsposition ähneln stark jenen westlicher Länder. Die Streitkräfte sind apolitisch und jegliche politische Aktivitäten sind innerhalb des Militärs verboten. Seit 1994 existiert in Albanien ein unabhängiges Institut das für die Überwachung sowie Kontrolle der Entwicklung der Verteidigungspolitik zuständig ist. Das Institut wurde erstmals in Tirana in einer Konferenz unter dem Namen "The Evolution of European and Atlantic Institutions: the need for a new integration strategy toward Eastern European countries" präsentiert. In Kooperation mit der NATO nimmt Albanien auch an den "the institute for international Affairs (Rome)" und "Hellenic Foundation for defence and foreign Policy (Athen)" teil.

Eine weitere wichtige Entwicklung ist die Gründung der "Albanian Atlantic Association" welche eine nicht parteiische NGO darstellt, die die Integration Albaniens in der atlantischen Gemeinschaft stark unterstützen soll. So gesehen haben sich in den vergangenen Jahren viele militärische Strukturen aufgrund der im Ausland ausgebildeten Offiziere (z.B. USA, Türkei und Deutschland), auch im albanischen Militär, übertragen.

Aus der bisherigen Integration wird ersichtlich, dass Albanien als nicht EU-Mitgliedstaat verteidigungspolitisch stärker in der NATO als in der europäischen Sicherheitsarchitektur der EU integriert ist. Deshalb muss angenommen werden, dass der Staat die Etablierung einer europäischen Armee als Konkurrent zur NATO nur bedingt positiv aufnehmen kann.

 

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M. Ostermann

Migena Ostermann verfügt über einen Masterabschluss der Universität Wien in Publizistik- und Kommunikationswissenschaft. Sie engagierte sich schon in sehr jungen Jahren für verschiedene Organisationen und der politischen Integration im Allgemeinen. Bei FOMOSO ist sie deshalb, weil sie sehr gerne in der Förderung des Dialogs zwischen den MOSO-Ländern und Westeuropa beitragen möchte. Unter Paul Watzlawicks Motto "Man kann nicht nicht kommunizieren.” - möchte sie mit besseren Kommunikation helfen ein Stück weiter zusammen zu wachsen.

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