Das Sommerkolleg-Programm des Österreichischen Austauschdienstes kurz vorgestellt inkl. Erfahrungsbericht Sommerkollegs Pula 2018 und Budapest 2019

Das Sommerkolleg-Programm des Österreichischen Austauschdienstes kurz vorgestellt inkl. Erfahrungsbericht Sommerkollegs Pula 2018 und Budapest 2019

Das Sommerkolleg-Programm des Österreichischen Austauschdienstes kurz vorgestellt inkl. Erfahrungsbericht Sommerkollegs Pula 2018 und Budapest 2019

Sprache, Kultur und Leute kennenlernen durch Sprachstipendien

Finanziert durch das Bildungsministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung organisiert der Österreichische Austauschdienst (OeAD) jedes Jahr gemeinsam mit der FH Burgenland, der Universität Wien, der Alpen-Adria Universität Klagenfurt sowie Universitäten vor Ort, Sommerkollegs in Russland, der Ukraine, Polen, Tschechien, der Slowakei, Ungarn, Rumänien, Slowenien und Kroatien.

Teilnahmeberechtigt am Programm sind ordentliche Studierende einer österreichischen Universität oder Fachhochschule, unabhängig von ihrer Nationalität (sehr gute Deutschkenntnisse sollten aber vorhanden sein). Bewerben können sich prüfungsaktive Studierende (mind. 5 ECTS im letzten WS) oder forschungsaktive Studierende (PhD-Studierende). Die Anforderungen an das vorausgesetzte Sprachniveau variieren je nach Land. In den meisten Fällen werden aber Kurse auf Anfängerniveau bzw. auch für Lernende ohne Vorkenntnisse angeboten.

Die Sommerkollegs sind bilateral organisiert, das heißt, dass nicht nur die Studierenden aus Österreich vor Ort die jeweilige Landessprache lernen, sondern auch Studierende aus den jeweiligen Ländern zeitgleich Deutsch lernen. Durch Tandem-Unterricht und gemeinsame Ausflüge wird der Austausch unter den Studierenden gefördert. Wochentags finden täglich Unterrichtseinheiten statt. Neben den organisierten Ausflügen gibt es auch immer wieder Gelegenheit selbständig etwas zu unternehmen.

Die Sommerkollegs finden im Juli und August statt. Die Dauer des Aufenthaltes beträgt zwei bis drei Wochen. Die Anmeldegebühr ist je nach Destination und Angebot unterschiedlich und reicht von 50€ (Nitra, Slowakei) bis 520€ (Nischnij Nowgorod, Russland). Unterbringung und Sprachkurs, Halb- oder Vollpension, sowie organisierte Ausflüge sind in allen Fällen inkludiert; Anreise wird anteilig übernommen. Tickets für öffentlichen Verkehr, Museumsbesuche und Führungen, oder Tickets für weitere Kulturveranstaltungen (Kino, Theater) sind bei manchen Sommerkollegs ebenfalls inkludiert.

Erfahrungsbericht Sommerkollegs Pula 2018 und Budapest 2019

Durch die Empfehlung eines Professors wurde ich auf dieses Programm aufmerksam und bewarb mich 2018 für das Sommerkolleg in Pula. Nachdem ich davon sehr begeistert war, nahm ich im folgenden Sommer am Sommerkolleg in Budapest teil.

 

Das Sommerkolleg-Programm bietet eine große Auswahl an unterschiedlichen Sprachen, Ländern und Orten in Mittelost- und Südosteuropa, sowie Russland. Ich finde, dass man bei einem Sprachkurs vor Ort sehr viel mitnehmen kann. Egal wo ich mich bewegt habe, ich habe die Sprache, die ich gerade jeden Tag in Unterrichtseinheiten lernte, gehört oder war im Alltag gezwungen sie auch aktiv zu benutzen: beim Lesen von Straßenschildern, beim Einkaufen, im Museum, beim Unterhalten mit den Tandem-Studierenden. Natürlich hängt es auch ein bisschen davon ab, wie gut man die jeweilige Sprache schon beherrscht, ob man sich traut immer und überall zu sprechen, aber in beiden Fällen konnte ich vor allem mein Hörverstehen im Alltag sehr gut trainieren.

In besonderer Erinnerung sind mir die gemeinsamen Unternehmungen und Abende mit den anderen Studierenden geblieben. In Pula verbrachten wir lange Nachmittage am Strand, gingen am Fischmarkt einkaufen und kochten und aßen am Abend gemeinsam. Außergewöhnlich waren das Public-Viewing der WM-Spiele der kroatischen Fußballmannschaft, die bis ins Finale vorstieß; für mich als großen Fußballfan eine ganz besondere Erfahrung. Auch das Nachtleben konnten wir in Pula und Budapest erkunden. In Budapest gab es immer jemanden, der mit mir die wunderschöne Stadt besichtigte. Ich lernte viele neue Menschen kennen und schloss einige Freundschaften.

Auch die organisierten Ausflüge waren immer ein Highlight, so fuhren wir von Pula aus in die schöne Hafenstadt Rovinj und von Budapest an den Balaton.

 

Neben dem Kennenlernen von Sprache und Kultur war der Austausch mit den Tandem-Studierenden eine wertvolle Erfahrung. Viele Vorurteile wurden abgebaut, manche Klischees auch bestätigt. Der Tandem-Unterricht und die gemeinsamen Unternehmungen und Ausflüge schufen eine tolle Atmosphäre, in der wir uns gegenseitig kennenlernen konnten.

Die drei Wochen in Pula und die zwei Wochen in Budapest waren für mich eine sehr intensive und unvergessliche Zeit und ich werde auf jeden Fall noch einmal auf ein Sommerkolleg fahren.

 

Links:

https://oead.at/de/ins-ausland/hochschulen/sommerkurse/sommerkollegs

https://www.fh-burgenland.at/internationales/sommerkollegs

M. Haderer

Michael Haderer studiert derzeit Geschichte, Politikwissenschaften und Hungarologie an der Universität Wien. In seinem Studium hat er sich selbst den Schwerpunkt auf Mittelost- und Südosteuropa gelegt. Aus Österreich stammend haben Sprach- und private Reisen sein Interesse für MOSO weiter geweckt. Zurzeit ist er als Praktikant bei FOMOSO tätig.

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