Das Projekt "Alcantara Cyclone Space" im Schatten der russisch-ukrainischen Beziehungen

Das Projekt "Alcantara Cyclone Space" im Schatten der russisch-ukrainischen Beziehungen

Das Projekt “Alcantara Cyclone Space” im Schatten der russisch-ukrainischen Beziehungen

Momentan spricht man überwiegend von den russisch-ukrainischen Beziehungen, die im Mittelpunkt der gegenwärtigen Politik im osteuropäischen Raum stehen. Kaum jemand denkt aber daran, welche Rolle die Beziehungen der Ukraine mit einigen Ländern des Lateinamerikas in den russisch-ukrainischen Beziehungen spielen.

Brasilien und Ukraine haben jahrelang am gemeinsamen Projekt „Alcantara Cyclone Space“ gearbeitet, welches für die beiden Länder kostspielig war, aber das Projekt sollte sich in Zukunft durch den enormen Profit lohnen. Alcantara ist ein profitables Weltraumflug-Zentrum aufgrund seiner günstigen äquatorialen Lage. Die Ukrainer waren im Rahmen des Projektes dafür zuständig, die Raketen “Cyclone-4“ auszuarbeiten.

Letztes Jahr hat die brasilianische Seite die Zusammenarbeit mit der Ukraine aufgekündigt. Hier entsteht die Frage: Warum hat die brasilianische Regierung sich entschieden, nach der langfristigen, zeit- und kostenaufwändigen Arbeit alles abzubrechen?

In einer brasilianischen Zeitung wurde das Projekt sogar als „das erste größte Fiasko des brasilianischen Weltraumprogramms“ bezeichnet. Die beiden Regierungen haben ca. 328 Millionen USD für Projektimplementierung ausgegeben, deshalb ist das weitere Schicksal des Projektes sehr wichtig.

Im Dezember 2017 hat Patruschew einen Besuch in Brasilien abgestattet. Während den Verhandlungen mit Michel Temer und Sérgio Etchegoyen hat unter anderem das Thema über die Nutzung des Weltraumflug-Zentrums „Alcantara“  zu Zwecken des russischen Weltraumprogramms von sich reden gemacht.  Einige sogar behaupten, dass Brasilien unter russischem Druck gezwungen war, sich von der Zusammenarbeit mit der Ukraine zu entfernen.

Es gibt natürlich auch objektive Gründe, warum das Projekt zurzeit für nicht erfolgreich gehalten wird. Der Weltraumabschuß von „Cyclone-4“ wurde erst für das Jahr 2006 geplant, die Rakete wurde aber bis jetzt nicht gestartet. Trotzdem wurde im Jahre 2014 das Projekt schon 87% fertiggestellt, und es war eine verwunderliche Entscheidung im Beendungsstadium, das Projekt unerledigt zu lassen.

Jedenfalls versucht man im ukrainischen Parlament Auswege zu finden, um die Forschungskooperation zwischen Brasilien und Ukraine wieder in Fluß zu bringen, denn es handelt sich bei dieser Situation um empfindliche Verluste für das ukrainische Budget.

 

Quellen:

  1. «BR-RU – A visita de Patrushev. Ampla agenda em Brasília» 112.2017 http://www.defesanet.com.br/br_ru/noticia/27960/BR-RU-%E2%80%93-A-visita-de-Patrushev--Ampla-agenda-em-Brasilia/
  2. «Temer recebe secretário russo para discutir ações de segurança na Copa de 2018» 04.12.2017 https://g1.globo.com/politica/noticia/temer-recebe-secretario-russo-para-discutir-acoes-de-seguranca-na-copa-de-2018.ghtml
  3. «Николай Патрушев нашел с Бразилией что-то общее», 04.12.2017 https://www.kommersant.ru/doc/3486904
  4. «Brasil perdió 168 millones de dólares en el proyecto espacial "Cyclone-4" con Ucrania» 16.02.2015 https://mundo.sputniknews.com/americalatina/201502161034388589/
  5.  „Rusia y Brasil examinan lanzamientos conjuntos de cohetes portadores“, https://mundo.sputniknews.com/espacio/201706211070160234-moscu-brasilia-copoeracion-espacial/
  6. Bildquelle: http://spaceflight101.com/cyclone-4-search-for-north-american-launch-site

A. Zhuravlova

Anastasiia Zhuravlova studiert Amerikanistik und Europa-Studien an der Nationalen Taras Schewtschenko Universität, Kiew. Die letzten politischen Ereignisse in der Ukraine haben das Interesse der Studentin an den internationalen Beziehungen im osteuropäischen Raum geweckt und seitdem versucht sie sich immer politisch und gesellschaftlich durch ihre Aktivitäten bei verschiedenen NGOs zu engagieren. Anastasiia Zhuravlova macht zurzeit das Praktikum beim FOMOSO, weil sie die Information teilen möchte und einen Beitrag zur europäischen Integration leisten möchte.

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