Grundlage

Mittelost- und Südosteuropa im Fokus

Die Idee eines starken Europas verliert an Substanz. Die Staatsschulden- und Eurokrise lässt scheinbar die europäische Idee langsam zu einer reinen Kosten-Nutzen-Rechnung verkümmern. Die gesellschaftspolitischen Aspekte werden vernachlässigt. Die Frustration und Resignation in verschiedenen europäischen Ländern zeigen auf, dass allein wirtschaftspragmatische Entscheidungen nicht ausreichen, um soziales und politisches Gedeihen zu schaffen. Der europäische Integrationsprozess stockt.

Die Mittelost- und Südosteuropäischen Staaten (MOSO) stehen in diesem Sinne besonders im Fokus. Mit dem EU-Betritt erhofften sich Menschen z.B. auf dem Balkan und im Baltikum nicht nur wirtschaftlichen Aufschwung, sondern auch eine gesellschaftliche und politische Verbesserung ihrer Lage. In der heutigen Wirklichkeit zeigt sich aber, dass trotz EU-Mitgliedschaft einige alte gesellschaftspolitische Probleme nicht überwunden werden konnten. Es scheint, dass die EU die Umsetzung ihrer erstrebenswerten Ideale, wie demokratische Stabilität, politische Friedensicherheit und gesellschaftliche Solidarität grösstenteils dem zeitgenössischen wirtschaftsliberalen Denkansatz überlassen hat. Die EU vernachlässigt folglich ihre gesellschaftspolitischen Integrationsaufgaben.

Diese Vernachlässigung zieht auch weitere Konsequenzen mit sich. EU-Mitglieder wie die Visegrád-Staaten wenden sich schleichend von der EU ab und setzen wieder verstärkt auf Nationalstaatlichkeit. Auch Länder, die eine Mitgliedschaft in der EU im Blick haben, verlieren ihre Überzeugungen einer europäischen Perspektive. Dies führt wiederum dazu, dass notwendige politische Prozesse stagnieren und sich somit eine gesellschaftliche Resignation einstellt, die ergänzend politische Instabilität und gesellschaftliche Perspektivlosigkeit zur Folge hat.

Das Forum für Mittelost- und Südosteuropa (FOMOSO) will hier gegen diese desintegrativen Tendenzen entgegenwirken und die gesellschaftspolitischen Aspekten wieder näher ins Zentrum der europäischen Diskussion führen. Es ist Zeit über den Tellerrand hinaus zu schauen und ergänzende und neue Ansätze zu finden, um die MOSO Region stärker in Europa politisch zu integrieren. Dabei ist Europa nicht alleine am Gelingen oder Scheitern der EU festzumachen. Europa ist mehr als nur eine Ansammlung von Institutionen. Es ist ein ganzheitliches Politprojekt mit einigen bedeutenden Grundwerten. Deshalb sollte man sich auf die Stärken Europas konzentrieren und nicht einzig und alleine auf die Schwächen der EU. Mit diesem Grundsatz steht FOMOSO voll und ganz hinter der Idee eines starken Europas. 

 

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