Vereinigung von Siebenbürgen mit Rumänien

Vereinigung von Siebenbürgen mit Rumänien

Vereinigung von Siebenbürgen mit Rumänien

Wann:
31. Dezember 2017 ganztägig
2017-12-31T00:00:00+02:00
2018-01-01T00:00:00+02:00
Wo:
Rumänien
Rumänien
Vereinigung von Siebenbürgen mit Rumänien @ Rumänien | Rumänien

Rumänien hatte bis in die 1990er Jahren unterschiedliche Nationalfeiertage, welche aber symbolische Bedeutung nur für die vor dem I. Weltkrieg existierenden rumänischen Gebieten hatten. Nach dem I. Weltkrieg veränderte sich das Territorium Rumäniens. Der neue Nationalfeiertag markiert diese Veränderung, welche die Vereinigung Rumäniens mit Siebenbürgen und dem Banat entsprach. Am 1. Dezember 1918 haben Vertreter der siebenbürgischen Rumänen, ca. 100.000 Menschen eine Versammlung in Alba Iulia abgehalten und die Vereinigung Siebenbürgens, des Kreischgebiets (Nordwesten Rumäniens) und des Banats mit dem rumänischen Königreich erklärt. Da zu dieser Zeit ca. die Hälfte der Bevölkerung des entsprechenden Gebiets Ungarn waren, haben die Rumänen ihnen an der Versammlung für die Vereinigung besondere Bedingungen versprochen.

Neben den Ungarn lebten noch in Siebenbürgen Sachsen, Schwaben, ungarisch sprechende Szekler und Juden. Sie bildeten große einheitliche Gemeinschaften, die vor allem in den großen Städten lebten und dort eben die mehrheitliche Bevölkerung ausmachten. Die Rumänen lebten hingegen als Agrarvolk in kleinen Kommunen und Dörfer ohne jegliche Rechte und Privilegien - zu diesem Zeitpunkt in der Peripherie. Nach dem I. Weltkrieg nutzten sie die vorgegebene Möglichkeit aus, um die eigene vorher nicht anerkannte Bevölkerungsgruppe zur Nation zu erklären und dadurch ihre Gleichstellung mit den anderen siebenbürgischen Nationen zu fördern. Sie wollten am Anfang die Autonomie, der in einem einheitlichen Block lebenden Szekler-Ungarn, gewährleisten, haben aber letztendlich diesen eigentlich einseitigen Vertrag in Bezug darauf verletzt und gegen die Ungarn Vergeltungsmaßnahmen geführt.

Von diesen Ereignissen ausgegangen gibt es weiterhin kontroverse Meinungen und Ansichten rund ums Datum, welches für die ungarische Minderheit als Erinnerung an einer Tragödie gesehen wird, wohingegen es für die Rumänen als Geburt des hoch erwünschten Großrumäniens wahrgenommen wird.

L. A. Mátyás

Lilla Andrea Mátyás ist in Siebenbürgen, Rumänien geboren und als Teil der ungarischen Minderheit in Mehrsprachigkeit und in einer multikulturellen, multiethnischen und vielsprachigen sozialen Umgebung aufgewachsen. Sie studierte Internationale Beziehungen und Europäische Studien an der Babeş-Bolyai Universität in Klausenburg (Cluj-Napoca) und spezialisiert sich im gleichen Bereich an der Andrássy Universität Budapest weiter. Zu ihren Interessensbereichen gehören Geschichte, Minderheitenpolitik und alles was Internationale Beziehungen betrifft im mittel- und osteuropäischen Kulturraum.

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